Vorschlag für Uetersen
Kaputte Laterne, Schlagloch, überfüllter Papierkorb, defekte Schaukel. Melden geht heute schon per Mail. Was danach passiert, erfährt in der Regel niemand. Genau das ist der Punkt, an dem dieser Vorschlag ansetzt.
Der Entwurf lässt sich bedienen. Klicken Sie sich einmal durch, es ist eine Demo und es wird nichts abgeschickt.
Wählen Sie den Bereich. Das entscheidet, wer die Meldung bekommt.
Standort automatisch übernehmen oder den Pin verschieben.
Ohne Anmeldung. Ihre Adresse brauchen wir nur, wenn Sie eine Rückmeldung möchten.
Ein Foto sagt der Verwaltung mehr als drei Absätze Text.
Bei Gefahr im Verzug bitte weiter direkt anrufen. Der Melder ersetzt keinen Notruf.
Ihr Vorgang liegt beim Bauhof der Stadt Uetersen.
Der Umfang
Heute muss man raten, wen man anruft. Bauhof, Ordnungsamt, Stadtwerke, Kreis. Der Melder nimmt den Bürgern diese Sortierarbeit ab und gibt sie dorthin, wo sie hingehört.
Nicht nur Schäden
Nicht jedes Ärgernis ist ein Schlagloch. Ein Ablauf, der nicht funktioniert hat. Ein Zustand, der so nicht bleiben sollte. Auch dafür braucht es einen Weg mit Nummer und Antwort, statt eines Anrufs, an den sich später niemand erinnert.
Eine Bank, wo bisher keine steht. Ein Zebrastreifen dort, wo morgens Kinder queren. Wer hier lebt, sieht solche Dinge zuerst. Diese Vorschläge sollen nicht versanden, sondern gesammelt und der Ratsversammlung regelmäßig vorgelegt werden.
Für Abfall gibt es den kreisweiten MüllMelder. Der Uetersener Melder baut daneben nichts Zweites auf, sondern reicht Abfallmeldungen dorthin durch und meldet dem Bürger den Stand zurück. Doppelte Strukturen kosten nur Geld und Nerven.
Der eigentliche Punkt
Der häufigste Satz, den ich an den Haustüren höre, lautet: man schreibt hin und hört nie wieder etwas. Deshalb ist die Statusspur hier nicht ein Extra, sondern der Kern. Klicken Sie ein Beispiel an.
Öffentlich einsehbar
Wer sieht, dass ein Problem schon gemeldet ist, meldet es nicht zum fünften Mal. Und wer sieht, wie viel erledigt wird, urteilt fairer über die Leute, die es erledigen.
Schematische Darstellung mit erfundenen Beispielmeldungen. Sie zeigt das Prinzip, nicht den echten Stadtplan.
Blick von der anderen Seite
Der häufigste Einwand gegen so ein System lautet, dass es zusätzliche Arbeit macht. Das Gegenteil ist der Fall, wenn man es richtig baut.
Der Effekt, der am längsten wirkt
Wer einmal etwas gemeldet hat und dann sieht, dass sich wirklich etwas bewegt, geht anders durch die eigene Stadt. Meldet beim nächsten Mal die dunkle Laterne. Bringt eine Idee ein. Erzählt es weiter. Aus einem Klick wird eine Gewohnheit und aus der Gewohnheit ein Gefühl von Zuständigkeit.
Beteiligung entsteht nicht durch Aufrufe und auch nicht durch einen weiteren Arbeitskreis. Sie entsteht durch die Erfahrung, dass das eigene Zutun etwas verändert. Diese Erfahrung kann eine Stadt organisieren, und sie ist deutlich mehr wert als die reparierte Laterne.
Ehrlich gerechnet
Beides bleibt. Wer anrufen will, ruft an. Der Unterschied ist die Nachverfolgbarkeit. Eine Mail verschwindet in einem Postfach, ein Vorgang mit Nummer nicht. Und nur bei einem Vorgang mit Nummer kann man am Ende messen, wie lange etwas gedauert hat.
Für so ein System gibt es fertige Lösungen, die Kommunen unserer Größe jährlich im niedrigen vierstelligen Bereich lizenzieren. Ich möchte vor jeder Entscheidung die konkreten Angebote und die Zahlen der Verwaltung auf den Tisch legen, statt hier eine Summe zu behaupten. Wichtig ist mir die andere Seite der Rechnung: eingesparte Telefonate, weniger Doppelmeldungen und schnellere Reparaturen sind ebenfalls Geld.
Das wäre ein gutes Zeichen und kein Problem. Es hieße, dass die Probleme vorher auch schon da waren, nur unsichtbar. Erfahrungswerte aus anderen Städten liegen deutlich niedriger, meist im niedrigen zweistelligen Bereich pro Woche. Priorisierung macht die Verwaltung, nicht die Reihenfolge des Eingangs.
Die gibt es reichlich. Kreisstraßen, Landesstraßen, Bahnflächen, private Grundstücke. Die Meldung wird weitergeleitet und der Bürger erfährt an wen. Das ist ehrlicher als ein stilles Postfach und nebenbei die beste Aufklärung darüber, wer in dieser Stadt eigentlich wofür zuständig ist.
Eine Statuszeile setzen dauert Sekunden, ein Rückruf dauert Minuten. Der Melder verschiebt Aufwand, er schafft ihn nicht. Wenn sich zeigt, dass die Kapazität trotzdem nicht reicht, ist das eine Erkenntnis, die wir in der Ratsversammlung offen besprechen müssen, statt sie weiter im Rauschen unbeantworteter Mails zu verstecken.
Melden geht ohne Anmeldung. Kontaktdaten sind freiwillig und nur nötig, wenn man eine persönliche Rückmeldung möchte. Öffentlich sichtbar sind Ort, Art und Status, nicht die Person. Fotos werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Angaben gemäß § 5 DDG